CHALLENGE Supply Chain! Nachhaltig – Digital – Sicher
Die «Zeitenwende» öffnete der Politik und der Wirtschaft scheinbar einen Blick in die Büchse der Pandora von Lieferketten. Die Auswirkung auf die politisch-ethischen Werte in Deutschland wurden selten so dramatisch vor Augen geführt wie mit dem Kniefall der Grünen in Katar, vor der Energie- und der Rüstungsbranche, vor der politischen Macht eines Putin. Realpolitik geht wieder einmal vor Werte-Politik. Entscheide werden getroffen, ohne dass ihre Wirkung in den globalen und komplexen Wertschöpfungssystemen ausreichend beleuchtet oder verstanden sind.
Der Lockdown während der Covid Krise hat die Abhängigkeiten kritischer Versorgungsgüter in den globalen, mehrstufigen Wertschöpfungsketten transparent gemacht. Gleichzeitig aber auch die Wirkung auf den Verbrauch fossiler Energieträger und der Umweltbelastung.
Das Gespenst der Energiemangellage, das auf der einen Seite die Gesellschaft in Europa in Angst und Schrecken versetzt hat, hat auf der anderen Seite Gewinner hervorgebracht und Investitionen ausgelöst. Die Investitionen in den künftigen Abbau fossiler oder nuklearer Energieträger übersteigen weltweit die Investitionen in die Kapazitäten von nachhaltigen Energien.
Der Krieg in der Ukraine mit den Sanktionen gegen Russland verschob ganze Wertschöpfungsketten von Rohstoffen, Fabrikaten, Rüstungsgüter und Nahrungsmittel und deren Auswirkung auf Versorgungssicherheit und Preisentwicklung für die heimische Wirtschaftszweige. Im Detail: Panzer geliefert, aber wo bleibt die Munition?
Die zunehmende globale Vernetzung zeigt das Beispiel des Schweizer Palettenherstellers Holliger, der gleichzeitig in eine Mangellage und in eine Preisspirale geriet: Wenn Holz als attraktiver Baustoff, Werkstoff und Energieträger gleichzeitig gesehen wird, steigt die Nachfrage beinahe exponentiell. Kommen dann Umwelteinflüsse oder politische Sanktionen dazu, ergeben sich extreme Mangellagen und Versorgungsunsicherheiten, die bis zu einem wirtschaftlichen Notstand bzw. Stillstand im Wirtschaftssystem führen können.
Der prophezeite demographische Wandel ist da. Verbunden mit einem neuen Arbeitsethos führt er tendenziell zu deutlich weniger verfügbaren Arbeitskräften im nationalen Wirtschaftssystem. Dabei geht es nun nicht mehr um Wirtschaftswachstum, sondern bereits um den Erhalt der Wirtschaftsfähigkeit.
Dass bei der Lösungssuche nicht nur Automatisierung gefragt ist, sondern das Design von Wertschöpfungsnetzwerken hinterfragt und neu gestaltet werden muss. Darüber möchten wir mit ihnen am nächsten Logistikforum diskutieren und erleben, was Industrie und Forschung zu diesen Themen sagen.
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