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Wann werden Wasserstoff-Fahrzeuge bezahlbar?

STR Online ordnet in der dreiteiligen Serie «Wasserstoff im Strassentransport: Chance oder Luftschloss?» die aktuellen Erkenntnisse über Potentiale und Probleme des alternativen Treibstoffs ein. Heute mit der Frage: Wann werden die Fahrzeuge auch finanziell markttauglich?

Hersteller wie Solaris und Hyundai kündigen regelmässig neue Wasserstoff-Fahrzeuge an. Auf der anderen Seite hält das deutsche Fraunhofer Institut die Technologie im Vergleich zur Elektromobilität für chancenlos. Die Experten sind sich nicht einig. Und viele Fragen zum Einsatz von Wasserstoff im Strassentransport gilt es noch zu beantworten. STR Online klärt in drei Teilen die wichtigsten Punkte. Heute: Wie konkurrenzfähig ist ein Wasserstoff-Fahrzeug auf finanzieller Ebene?

Höhere Kosten bei Anschaffung und im Alltag…

Petros Spinaris ist Vorstandsmitglied bei Solaris, dem grössten europäischen Hersteller von Bussen mit alternativen Antriebstechnologien. An der Präsentation eines neuen Wasserstoffbusses von Solaris vor ein paar Wochen musste auch Spinaris zugeben: Das vorgestellte Fahrzeug sei teurer als Verbrenner- und Elektro-Variante.

Ein Alltagstest des Pioniers Hyundai in der Schweiz zeigt zudem: Auch die Kosten im Betrieb sind in der Schweiz noch hoch. Ein 19-Tonnen-Fahrzeug mit sechs Tonnen Nutzlast kam mit einer Tankfüllung von 34 Kilogramm zwischen 460 und 480 Kilometer weit. Ein Kilo Wasserstoff kostet hierzulande um die 20 Franken. In Deutschland tankt man das Kilo bereits für um die 9 Euro, je nach Kategorie auch günstiger. Grund für die viel höheren Preise in der Schweiz: Es ist fast nur grüner, emissionsfrei hergestellter Wasserstoff erhältlich. Beim nördlichen Nachbar fliesst auch das graue oder blaue H2 durch die Zapfsäule.

Aber auch höhere Effizienz

Berücksichtigt man die allgemein höhere Energieeffizienz von Wasserstoff – ein Kilo birgt die gleiche Energie wie drei Liter Diesel – sind die H2-Fahrzeuge im Betrieb zumindest in Deutschland also preislich bereits konkurrenzfähig zum Verbrenner. Der EU-Wasserstoffmix, zu grossen Teilen aus der günstigeren grauen und blauen Kategorie, verkleinert dafür wiederum den Umweltvorteil.

Sparen bei der LSVA

Gemäss zahlreichen Studien sollen die Preise für den Treibstoff bis 2030 weiter sinken. Gleiches prognostizierte Solaris für ihre Fahrzeuge. Die Technologie sei etwa auf dem Stand der Elektromobilität vor ein paar Jahren. Und diese ist inzwischen – über eine mehrjährige Laufzeit betrachtet – auf dem Kostenniveau der Verbrenner angelangt. Die jetzt noch hohen Anschaffungs- und Betriebskosten von Wasserstoff-Nutzfahrzeugen können Schweizer Unternehmen zudem teilweise ausgleichen: Alternative Antriebe sind von der LSVA befreit. Dieser Steuervorteil kann mehrere 10’000 Franken pro Fahrzeug und Jahr betragen.

Quelle / Text: STR Online awi / Fotos: ASTAG

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